Architektur Ausstellungen Deutschland

Werkbund Galerie Berlin

Möglichkeitsräume

10.5.–20.6.2019
© Skizzenbuch Christoph Ingenhoven, 2012. Entwurfsskizze zum Projekt Marina One in Singapur. Skizziert mit blauem Faserstift.

Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens zeigt der Deutsche Werkbund Berlin vom 10.5. bis 20.6.2019 eine Ausstellung mit Skizzenbüchern seiner Mitglieder, darunter so prominenter Architekten und Designer wie Christoph Ingenhoven und Werner Aisslinger. Aber auch die Avantgarde ist vertreten mit digitalen Skizzenbüchern von Ludwig Heimbach, dreidimensionalen Modellskizzen von Kay Fingerle oder Kohleskizzen von Bernd Bess. „Wir suchen nicht nach der repräsentativen Abbildung, sondern nach dem Repräsentativen im persönlichen kreativen Prozess“ erläutert die Kuratorin der Ausstellung Astrid Bornheim. „Es geht um die Entdeckung des Ephemeren, der Linie zwischen Ungewissheit und Gewissheit, um das Verfestigen des Gedankens beim Skizzieren, um das Spazierengehen mit dem Stift beim Denken.“ In 16 Vitrinen und auf fünf Monitoren sind 41 Skizzenbücher, Notizhefte, Kalender und digitale Dokumente zu sehen, die Einblick in intime Momente des kreativen Schaffensprozesses aller im Werkbund vertretenen Disziplinen geben. Die Methode des Skizzierens und das Sammeln von Zeichnungen, Collagen, Notaten in Büchern – seien sie analog oder digitale Archive – scheint Künstler, Grafiker, Designer, Architekten, Stadtplaner, Handwerker und Hersteller miteinander zu verbinden. Neben sehenswerten Exponaten haben die Ausstellungsmacher eine inspirierende Sammlung an Aussagen zur Bedeutung des Skizzenbuchs von den Akteuren zusammengetragen. So schwärmt Werkbund- Vorstand Tim Heide: „Die Linie in meinem Heft, der Stift, die Hand, der Arm – alles scheint eine Verlängerung des Denkens zu sein.“ Und Sergei Tchoban bekennt: „Ein Skizzenbuch ist ein Spiegelbild meiner Gedanken über Architektur und Stadt. Alle Fragen, Ideen und Interessen finden hier mittels der Skizzen ihren Platz, oft diskutieren sie miteinander oder verweben sich zu neuen Konzepten.“ Konzipiert und umgesetzt wurde die Ausstellung mit dem Masterstudiengang AMM Architektur Media Management der Hochschule Bochum unter Leitung von Jan R. Krause.

 

Skizzenbücher von
Werner Aisslinger, Leonie Baumann, Bess Bernd, Roman Bittner,
Harald Bodenschatz, Clemens Bonnen, Astrid Bornheim,
Stefanie Bürkle, Albrecht Ecke, Barbara Ehring, Eckhard Feddersen,
Kay Fingerle, Stefan Fittkau, Christoph Fleckenstein,
Kompan/Torsten Frank/Karin Mashalova, FSB/Hartmut Weise, Folke Hanfeld, Tim Heide, Ludwig Heimbach, Uli Hellweg, Andreas Hild,
Christoph Ingenhoven, Christine Jackob-Marks, Dagmar Jäger,
Brigitte Kochta, Jan R. Krause, Rolf Lieberknecht, Natascha Meuser,
Philipp Meuser, Walter Nägeli, Tobias Nöfer, Andreas Oevermann, Nicolaus Ott, Erik-Jan Ouwerkerk, Edgar Reinke, Helga Schmidt-Thomsen, Erik Spiekermann, Sergei Tchoban, Carla Wilkins, Kornelius Wilkens, Gerwin Zohlen