Architektur Ausstellungen Deutschland

Haus der Architektur Graz

black out
arbeiten von studierenden der tu graz, institut für wohnbau i_w wintersemster 2013/2014: temporär wohnen_prekär

7.5.–11.5.2014
Photocredit: Institut für Wohnbau (Thomas Kalcher)

„der begriff prekariat umfasst die entsicherung der lebensführung durch minijobs, befristete verträge, praktikumslaufbahnen und moderne tagelöhner. er umfasst jene existenzen, die die avantgarde der flexibilität bilden: freiberufler, kulturarbeiterinnen, gering qualifizierte servierkräfte, kassierinnen, migrantische hausarbeiterinnen und niedriglohnjobber.

das prekariat ist gekennzeichnet durch die verflüchtigung sozialer rechte, wie anspruch auf arbeitslosengeld, krankenversicherung und rentenbezüge.“

text: sven opitz: der flexible mensch, in: stephan moebius / markus schroer (hg.): diven, hacker, spekulanten - sozialfiguren der gegenwart, berlin: suhrkamp 2010, s. 132

im europäischen raum steigt die zahl der arbeitslosen, der atypisch beschäftigten, freien dienstnehmerinnen, heimarbeiterinnen, teilzeit- und kurzzeitbeschäftigten enorm.
kurzanstellungen, selbstausbeutung, unsichere vertrags- und arbeitsverhältnisse etc. provozieren zukunftsängste, selbstzweifel und perspektivenlosigkeit als kehrseite dieser propagierten scheinbaren(?) unabhängigkeit mit „freier“ zeiteinteilung. für viele ist ein überleben nur durch systematische selbstausbeutung mittels schlecht bezahlter teilzeitjobs möglich, und dies betrifft mittlerweile alle berufs- und ausbildungsfelder. gleichzeitig steigt die abhängigkeit von systemen und technologien, die neue freiheiten und möglichkeitsräume mit sich bringen, aber auch zu einer erhöhung unserer gesellschaftlichen risiken führen.

themenstellung der seminare, workshops und übungen des instituts waren die auseinandersetzungen mit instabilen verhältnissen.

in der ausstellung im haus der architektur wird ein kleiner experimenteller querschnitt zum thema des „auf sich selbst gestellt seins“ gezeigt.