Architektur Ausstellungen Deutschland

Deutsches Architekturmuseum DAM Frankfurt/Main

BÜHNEN, BANKEN, FLUGZEUGHALLEN
Frankfurter Projekte von Otto Apel/ABB Architekten

18.3.–14.5.2017
©ABB, Schauspiel Frankfurt am Main \ 1963 Foto: Ulfert Beckert

Das Büro ABB hat in der deutschen Architekturlandschaft der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutliche Spuren hinterlassen. Insbesondere das Frankfurter Stadtbild ist von ABB geprägt: Die Städtischen Bühnen, die Deutsche Bundesbank, das Hotel Intercontinental, die Hochhäuser der Dresdner und der Deutschen Bank und das Wohn- und Bürohaus Berliner Straße 27 sind nur einige von rund vierzig realisierten Bauten allein in dieser Stadt. Es ist aber weniger die Anzahl als die durchgängig hohe und eigenständige Qualität der Gebäude, die den Beitrag von ABB zur Baugeschichte ausmacht.

Das Deutsche Architekturmuseum, das im Jahr 2015 einen Teil des ABB-Büroarchivs übernommen hat, zeigt einen Ausschnitt dieses umfangreichen Œuvres in Schwarzweißfotografien der 1950er bis 1970er Jahre des Fotografen Ulfert Beckert. Der jüngere Bruder des Architekten und ABB-Partners Hannsgeorg Beckert dokumentierte auf kongeniale Weise bis Anfang der 1970er Jahre fast die gesamte Arbeit des Architekturbüros von Otto Apel, später ABB Architekten.
Für die Ausstellung ausgewählt wurden Frankfurter Projekte, um den Fokus auf die Stadt zu richten. Einige der gezeigten Bauten sind jüngst erneut ins öffentliche Interesse gerückt: die Zukunft der Städtischen Bühnen – Sanierung oder Abriss und Neubau? – ist in der Schwebe; die Deutsche Bundesbank steht vor der Sanierung ihres Dienstgebäudes und äußert zugleich Überlegungen zum Neubau eines Hochhauses; die ehemalige Zentrale für Maschinelle Dokumentation (ZMD) in Niederrad wurde im Dezember 2016 unter Denkmalschutz gestellt, das IBM-Rechenzentrum im Bahnhofsviertel dagegen noch im Frühjahr 2016 sang- und klanglos abgerissen, während die stadtbildprägenden Hochhäuser der Dresdner Bank und der Deutschen Bank in den vergangenen Jahren umfassend renoviert wurden. Gegenwärtig findet eine Neubewertung dieser vierzig bis fünfzig Jahre alten Bauten statt. Die Ausstellung möchte mit dem Blick des Zeitgenossen eine neue Perspektive auf die für Frankfurt so bedeutende und noch immer zu wenig bekannte Architektur von ABB ins Spiel bringen.

Der Berliner Künstler Eike Laeuen (*1964) hat die Bauten im Herbst 2016 besucht. Seine Farbfotografien sind in die Ausstellung eingestreut. Sie sind den historischen Schwarz-weiß-Aufnahmen als subjektive und poetische Eindrücke gegenübergestellt.