Architektur Ausstellungen Deutschland

BDA Wechselraum Stuttgart

Democratic Umbrella
Konkrete Ideen für die Zukunft der Multihalle

15.4.–26.6.2019
Wettbewerbsbeitrag "Hallen Allee" ©Architekten Guillem C. Colomer (COFO Architects) und Gabriel R. Pena (PENA architecture) aus Rotterdam

Welche Ideen und Visionen haben internationale Architekten für die Nutzung der Multihalle als offenen Raum für eine offene Gesellschaft im Sinne des Frei Otto’schen Denkens?

Mit dieser Fragestellung hat der Verein Multihalle Mannheim e.V. im Jahr 2018 mit dem Bund Deutscher Architekten BDA Baden-Württemberg und der IBA Heidelberg den internationalen Ideenwettbewerb „MULTIHALLE — DEMOCRATIC UMBRELLA” ausgelobt.

Unter Vorsitz von Peter Schmal, Direktor des Architekturmuseums Frankfurt und Prof. Georg Vrachliotis, Architekturtheoretiker am Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau in Karlsruhe, verständigte sich die Jury über die Leitlinien für die Entwicklung der Multihalle – und prämierte nach zweitägiger Sitzung gleich drei Erstplatzierte.

„Die Multihalle ist in den vergangenen drei Jahren zu einem Symbol für einen städtischen Transformationsprozess geworden“, sagt Mannheims Baubürgermeister Lothar Quast. „Das große Engagement, das sie generiert, macht es möglich, sie als Ort sozialer Interaktion, des kulturellen Engagements und der Partizipation im lokalen und internationalen Maßstab zu entwickeln.“

Die Architektur der Multihalle begeistert seit ihrer Erbauung im Jahr 1975. In jüngster Zeit werden immer mehr Architekten und Städteplaner aus aller Welt auf Mannheims bedeutendstes modernes Baudenkmal aufmerksam. Die Resonanz auf den Ideenwettbewerb DEMOCRATIC UMBRELLA war noch höher als erwartet: Zum Ablauf der Abgabefrist am 15. Februar 2019 sind 53 Einreichungen aus aller Welt fristgerecht eingegangen. Die Teilnehmer – neben etablierten Architekten, jungen Architekturbüros, Architektur-Absolventen und Studierenden – kamen nicht nur aus Deutschland und vielen europäischen Ländern, sondern auch aus Ländern wie unter anderem den USA, Russland, Malaysia, Ägypten und Uganda.

Die Bandbreite der eingereichten Arbeiten reichte von minimalinvasiven Eingriffen im Sinne eines Ausbaus des Rohbaus (Tribüne, Steg, Restaurant) über eine Möblierung (kleinteilige Module) bis hin zu Haus-im-Haus-Konzepten. Im Laufe der intensiven Jurydiskussion verfestigte sich die Position, dass die Erlebbarkeit des Schirms – die Mannheims Baubürgermeister Lothar Quast als „Fortsetzung der Parklandschaft mit anderen Mitteln“ beschreibt – auch in Zukunft die Multihalle prägen sollte.

Die Denkmalpflege plädierte dafür, die Eingriffe möglichst minimalinvasiv zu halten und die Einbauten möglichst klein zu halten. Dennoch sollte kein Denkmal entstehen, sondern ein „lebendiger Ort“ so Jurymitglied Jan Knippers.

Der Juryvorsitzende Peter Schmal formulierte, dass es darum ginge, das „Schirmartige der Halle“ herauszustellen. „Im Laufe der Auseinandersetzung mit den eingereichten 50 Arbeiten wurde deutlich, dass das Wesen einer Kathedrale der Moderne – der spektakuläre Innenraum – auch in Zukunft das Herz der Halle sein sollte“, so Jurymitglied Fritz Auer, ein Zeitgenosse von Frei Otto und Mitbegründer des Architekturbüros Auer & Weber.