Architektur Ausstellungen Deutschland

Architekturgalerie am Weissenhof Stuttgart

Hans Herkommer
Ein Stuttgarter Architekt

3.10.–1.12.2013
Hans Herkommer: Michaelskirche, Stuttgart-Sillenbuch

Hans Herkommer (1887—1956) gehörte in den 1920er Jahren zu den führenden
Vertretern des katholischen Kirchenbaus in Deutschland. Auch die Michaelskirche
in Stuttgart-Sillenbuch ist ein Dokument seines herausragenden
Könnens auf diesem Gebiet. Außerdem entwarf er Industrie-, Verwaltungsund
Wohnbauten, wie zum Beispiel das Lagerhaus der Zuckerfabrik Münster
in Stuttgart-Bad Cannstatt. Herkommers OEuvre ist geprägt durch seine
Aufgeschlossenheit für neue Konstruktionen, eine spezifische Sensibilität für
die ästhetische Wirkung von Materialien und Farben und den Versuch, einen
architektonischen Ausdruck jenseits des bloß Funktionalen zu schaffen.

 

Kurzerläuterung zur Ausstellung

Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet eine Auswahl von neun Bauten
des vornehmlich als Kirchenbauer bekannt gewordenen Architekten Hans
Herkommers (1887-1956) aus den 1920er Jahren. Sie werden als Schnittmodelle
oder vollständige Außenmodelle in unterschiedlichen Maßstäben
gezeigt und sind den drei Themen Baukonstruktion, Materialästhetik und
Städtebau zugeordnet.
Im Mittelpunkt steht die 1927/28 errichtete Villa Gläser in Kaiserslautern,
einem Bauwerk, deren derzeitiger Verfall den Anstoß zu der Ausstellung
gab, mit einem Außen- und einem Schnittmodell im Maßstab 1:50. Um sie
gruppieren sich der Monumentalbau von St. Michael in Saarbrücken, geplant
1913/14, errichtet 1923/24, das St. Paulusheim in Bruchsal, 1921-23, das
Haus Köhler in Schwäbisch Gmünd von 1922, das Sudhaus der Brauerei
Becker in St. Ingbert, 1925/26, die Kirche St. Augustinus in Heilbronn,
1925/26, die Frauenfriedenskirche in Frankfurt am Main, 1927-29, das Haus
Herkommer in Schwäbisch Gmünd, 1928/29, sowie schließlich die Kirche
St. Joseph in Schömberg von 1928-30. Die Modelle wurden von Studierenden
des Fachbereichs Architektur an der Technischen Universität Kaiserslautern
gebaut.
In chronologischer Reihenfolge betrachtet, lässt sich an ihnen die Entwicklung
von Herkommers Architektursprache hin zu den Formen der Neuen Sachlichkeit
nachvollziehen.