Architektur Ausstellungen Deutschland

Architekturmuseum Schwaben Augsburg

Aufbruch in eine neue Ära
Augsburg unter Stadtbaurat Ludwig Leybold

12.8.–8.12.2019
Die Fuggerstraße in Augsburg um 1880, Foto: © Stadtarchiv Augsburg

Die von 1866 bis 1891 währende Amtszeit des Augsburger Stadtbaurats Ludwig Leybold fiel in eine Ära, in der sich die entscheidende Entwicklung Augsburgs zu einer modernen Industriestadt vollzog. Neben dem notwendigen Ausbau der Infrastruktur war Leybold in dieser Phase gleichermaßen für eine repräsentative architektonische Gestaltung der neu entstehenden Stadtquartiere außerhalb der Stadtbefestigung verantwortlich.

Die Augsburger Stadterweiterung unter Ludwig Leybold erfolgte entlang der Westkante der Altstadt und umfasste das Areal vom Roten Tor bis zum Klinkerberg und erstreckte sich in Richtung Westen bis zum neuen Bahnhof. Unter Verwendung zeittypischer Gestaltungsmerkmale in Form von breiten, baumbepflanzten Alleestraßen, Sichtachsen, Platzsituationen, Grünanlagen und repräsentativen privaten und öffentlichen Bauten im Architekturstil der Neorenaissance gestaltete Leybold einen, dem aktuellen Zeitgeist entsprechenden neuen Stadtteil. Reinhard Baumeister, ein namhafter zeitgenössischer Städtebautheoretiker, bezeichnete die Augsburger Stadterweiterung sogar als „mustergültiges Beispiel“  hinsichtlich der Anlage einer Ringstraße auf dem Glacis-Gelände. Demzufolge kann die Neugestaltung Augsburgs unter Leybold als charakteristisches Beispiel einer Stadterweiterung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden.

Das Architekturmusem Schwaben widmet sich nun in einer Ausstellung den herausragenden Verdiensten des Stadtbaurats Ludwig Leybold für die Entwicklung Augsburgs zur modernen Großstadt.