Architektur Ausstellungen Deutschland

Architekturmuseum der TU München

Afritecture
Bauen mit der Gemeinschaft

13.9.2013–2.2.2014
© Kéré Architecture, Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

Die Entwicklungen der zeitgenössischen Architektur in Afrika werden in Europa aktuell kaum wahrgenommen. In den letzten Jahren verzeichnen jedoch viele afrikanische Länder einen wirtschaftlichen Boom, der von einem rasanten Wachstum der Städte begleitet ist. Die Folgen sind oft gesichtslose Großprojekte und zugleich eine beinahe unkontrollierbare Ausbreitung von informellen Siedlungen, d.h. Slums und Townships. Daneben finden sich aber auch zahlreiche Beispiele für eigenständige, individuelle und innovative Ansätze in der Architektur, sowohl in den Städten als auch in ländlichen Gegenden. Diese innovativen Ansätze sind v.a.  im Bereich des sozial engagierten Bauens zu finden: Ob Schulen, Kindergärten, Marktanlagen, Kliniken, Kulturzentren, Sportanlagen oder Versammlungsräume – es sind gerade öffentliche Bauten und gemeinschaftliche Einrichtungen, an denen sich neue Nutzungs- und Baukonzepte abzeichnen. Vielfach sind die späteren Nutzer unmittelbar am Entwurfs- und Bauprozess beteiligt. Neben dem Einsatz aktueller Technologien sind viele der Bauprojekte aus lokalen Materialien entwickelt und greifen vergessene Bautraditionen wieder auf. Das Architekturmuseum der TU München legt in der Ausstellung »Afritecture – Bauen in Afrika« den Fokus auf genau jene Projekte, deren Konzeption die Bedürfnisse einzelner Gesellschaftsgruppen aber auch die regionale Topographie einbezieht sowie Ergebnisse einer reflektierten Auseinandersetzung mit der lokalen Kultur sind. Die Auswahl der gezeigten Beispiele konzentriert sich auf die Länder südlich der Sahara wie Burkina Faso, Äthiopien, Ruanda oder Südafrika und beschränkt sich auf Bauten, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Gerade in diesem Zeitraum wurden die Folgen der ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Transformationsprozesse besonders offensichtlich und spürbar. Mit begleitendem Veranstaltungsprogramm und einem Symposium, das zentrale Aspekte der Ausstellung wie die Urbanisierung Afrikas, Partizipation und die Frage nach der architektonischen Identität aufgreift, versteht sich »Afritecture – Bauen in Afrika« als aktiver Dialog, um neue Beziehungsnetze zu knüpfen und die öffentliche Aufmerksamkeit auf weniger bekannte Positionen in der Architektur zu richten. Ein Katalog erscheint in einer deutschen und einer englischen Ausgabe im Hatje Cantz Verlag.