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Stadt Kinder Garten
Potsdam School of Architecture

30.8.–21.9.2019
Johann Sperl, Kindergarten (1885) Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München

Trotzdem es seit 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr gibt, fehlen in Deutschland aktuell rund 270.000 Plätze, 10.000 davon allein in Berlin. Dieser status quo bildet die Grundlage für die Untersuchung der Potentiale eines Kindergartens in der Stadt. Die zentrale Frage dabei lautet: Wie schafft man im urbanen Kontext einen Kindergarten, der sowohl die Stadt ergänzt, als auch den erforderlichen Grünraum zur kindlichen Entfaltung bietet? Denn besonders in der zunehmend verdichteten Stadt wird es immer schwieriger den räumlichen Anforderungen eines Kindergartens gerecht zu werden.

Ausgehend von diesen Parametern haben die Studierenden im Sommersemster 2019 Entwürfe zum Thema „Stadt Kinder Garten“ erarbeitet. Konkreter Ort für die Studie war eine Baulücke in der Ackerstraße 28 inmitten des belebten Stadtbezirks Berlin-Mitte. Dort sollten auf einem 650 m2 großen Grundstück neben einem Kindergarten für 75 Kinder auch ein Familienzentrum sowie die baurechtlich vorgeschriebenen 750 m2 Außenfläche untergebracht werden.

Die Herausforderung bestand also darin, einen Außenraum zu entwerfen bzw. in das Gebäude zu integrieren, der größer als die Grundstücksfläche ist. Gleichzeitig galt es zu berücksichtigen, dass das Gebäude nicht nur den üblichen pädagogischen Anforderungen entspricht, sondern der urbane Kontext gleichsam “Ansprüche” an das Haus selbst stellt. Indem der Kindergarten zum aktiven Ort seines Umfeldes generiert, fungiert der Dialog zwischen seinem Innen und Außen in zwei Richtungen: Einerseits zum öffentlichen Stadtraum, andererseits zu den halböffentlichen Freiflächen des Kindergartens.

Im Zentrum der Entwürfe steht das Ziel, jedem Kind neben den notwendigen Gemeinschaftsflächen einen geschützten Raum zum freien Lernen, Erforschen, Spielen und Entwickeln zu geben. Die Architektur bietet das räumliche Grundgerüst für das pädagogische Konzept, unterstützt und ergänzt es. Die zentralen Stichpunkte dafür sind: Gemeinschaft, gegenseitige Wertschätzung, Neugierde, Rückzug und Entschleunigung.