Architektur Ausstellungen Deutschland

Aedes Architekturforum Berlin

Heilbronn - Eine Stadt entwirft sich neu

20.10.–29.11.2018
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BUGA Gelände © Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH

Die Großstadt Heilbronn in Baden-Württemberg investiert mit Nachdruck in ihre städtebauliche und bildungspolitische Zukunft. Mit dem Willen zu städtebaulicher, landschaftlicher und architektonischer Qualität gelingt es Heilbronn in beeindruckender Weise, die enorme Dynamik der Bundesgartenschau (BUGA) Heilbronn 2019 als Impulsgeber für die Förderung der nachhaltigen Stadtentwicklung einzusetzen und dabei insbesondere den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Ausstellung zeigt die drei Schwerpunkte des Stadtumbaus, die die ökologische, digitale und mobile Neuausrichtung Heilbronns manifestieren: das Stadtquartier Neckarbogen auf dem Gelände der Bundesgartenschau, den Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung und die Wissens- und Erlebniswelt ’experimenta’. In langen und intensiven Verhandlungen zwischen der Stadt und den Investoren ist es gelungen, durch die Entwicklung eines brachliegenden, innenstadtnahen Gewerbegeländes zwischen Alt-Neckar und Neckarkanal ein neues qualitätvolles Areal in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität zu gewinnen. Diese städtebauliche Neuordnung wird im Rahmen des Städtebauförderprogramms des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg mit Landes- und Bundesmitteln in namhafter Höhe gefördert.

Der erste Teil der Ausstellung erläutert dieses neue Stadtquartier, in dem sich das Herzstück der BUGA findet. Hier wurde auch das ’Stadtquartier Neckarbogen’ als Baustein einer ’Stadtausstellung’ in die Bundesgartenschau integriert - mitsamt den ersten 800 Bewohnern. Gartenschau-Gäste können auf diese Weise erleben, wie qualitätsvolle Architektur- und Stadtplanung in Kombination mit Landschaftsarchitektur und innovativer Technik ein Wohnquartier in einer Großstadt des 21.Jahrhunderts prägen kann, wenn alle Beteiligten konstruktiv zusammenarbeiten. Durch die Verlegung einer Hauptverkehrsstraße, weg vom Wasserlauf des Neckars am ehemaligen Hafenbecken, konnte Heilbronn die landschaftlichen Reize des Ortes wiedergewinnen. Auf eine sozial ausgewogene Zusammensetzung der Bewohner wurde ebensoviel Wert gelegt, wie auf eine nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise. 51% der Wohnungen sind Mietwohnungen mit einem hohen Anteil an gefördertem Wohnungsbau. Die Stromversorgung der Wohngebäude wird über kombinierte Energiegewinnungssysteme aus Blockheizkraftwerk, Solarthermie und Photovoltaik mit Zwischenspeichern gewährleistet. Die Seen der Parkanlagen dienen dem Wassermanagement für das Stadtquartier und werden zur Bewässerung von Bäumen und Beeten genutzt. In dem grünen, innenstadtnahen Wohnquartier am Neckarfluss werden in der folgenden Weiterentwicklung bis zum Jahre 2040 ca. 3.500 Heilbronner leben. Damit ist erstmals in der fast 70-jährigen Geschichte eine Bundesgartenschau eine Landschafts- und Bauausstellung zugleich. Gartenkunst und urbane Architektur in hoher Qualität: 173 Tage lang wird die Bundesgartenschau in Heilbronn dafür Gastgeber sein. Unter dem Motto ’Blühendes Leben’ lädt sie vom 17. April bis zum 6. Oktober 2019 zu einer vielfältigen Garten- und anregenden Stadtausstellung ein.

Der zweite Teil der Ausstellung stellt den rasant wachsenden Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung vor, der auf seinem Gelände verschiedene staatliche und private Hochschulen sowie weitere Bildungseinrichtungen beherbergt. Seitdem 2011 der erste Bauabschnitt auf einem ehemaligen Industriegelände eingeweiht wurde, wird der Bildungscampus vom Architekturbüro Auer & Weber aus Stuttgart kontinuierlich erweitert, um den verschiedenen Institutionen moderne, bedürfnisgerechte Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und optimale Lern- und Arbeitsqualität zu schaffen. Bis Ende 2019 entstehen auf dem fünf Hektar großen Areal nahe dem BUGA Gelände neben Hörsaal- und Verwaltungsbauten, eine unterirdische Mensa und eine gemeinsame Bibliothek für alle Hochschulen, die ganz individuell gestaltete Raumerlebnisse bieten. Eine zukünftige Weiterentwicklung für studentisches Wohnen, Sport und weitere Forschungseinrichtungen ist angedacht, um weiter in die Zukunft des lebendigen und vielfältigen Lern- und Lebensortes zu investieren.

Der dritte Teil der Ausstellung präsentiert das größte Science Center Deutschlands - die ’experimenta’. Der Umbau und die Erweiterung des auf der Neckarinsel gelegenen Hagenbucher-Speichers von 1936 mit seiner stringenten Mauerwerks-Architektur erfolgte auf Grundlage eines im Jahr 2007 gewonnenen Architekturwettbewerbs durch das Berliner Architekturbüro studioinges. Der Neubau der ’experimenta’ wird aktuell von Sauerbruch Hutton Architects aus Berlin nach einem gewonnen Wettbewerbsverfahren im Jahre 2013 realisiert. Die markante Architektur des Gebäudes ist durch eine dynamische Struktur aus Glas und Stahl charakterisiert. Vier Ausstellungswelten mit über 270 interaktiven Exponaten, vier gläserne Kreativräume sowie drei Sonderausstellungsflächen bilden das Raumprogramm für ein umfangreiches und interdisziplinär angelegtes Experimentier- bzw. Mitmach-Angebot. Ein besonderes Merkmal der neuen ’experimenta’ ist der Science Dome mit der einzigartigen Kombination von Theater und Planetarium, einem um 180° drehbarem Zuschauerraum und einem 700 qm großen 360°-Kuppelscreen für 3D-, Laser- oder Experimentalshows. Zusammen mit dem umfangreichen Angebot im Bestandsgebäude und seinen neun hochwertig ausgestatteten Laboren entsteht hier auf einer Fläche von insgesamt 25.000 qm eine einzigartige Wissens- und Erlebniswelt, die im Frühjahr 2019 eröffnen soll. Die Rauminstallation der Ausstellung bei Aedes, entwickelt durch das Büro Oficinaa aus Ingolstadt, erläutert in anschaulichen Bildern, Plänen und Modellen die einzelnen Projekte. Zudem werden die übergeordneten Planungs- und Projektprozesse der Stadt seit der ersten Konzeptstudie 1992/93 bis heute erläutert. Ein Film über die Stadtausstellung – unterstützt vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat – flankiert die Ausstellung.