Architektur Ausstellungen Deutschland

UdK – Universität der Künste Berlin

Otto Beckmann
Imaginäre Architekturen

11.11.–17.11.2017
Aus der Serie „Metropolis“, 1980-1982 Privatbesitz Foto: Universalmuseum Joanneum

Eine kuratorische Zusammenarbeit zwischen dem Archiv Otto Beckmann, Wien und dem Fachgebiet für Digitales und Experimentelles Entwerfen am Institut für Architektur und Städtebau der UdK Berlin.

In einer medialen Rauminstallation werden im Foyer der UdK Filme und Fotomontagen imaginärer Architekturen des österreichischen Künstlers Otto Beckmann (1908-1997) gezeigt, die dieser vom Ende der 1960er Jahre an bis ca. 1980 verfasste. Das visionäre Werk bleibt in seiner Bildinformation interpretationsoffen, verweist jedoch auf einen technischen Entstehungsprozess, der ohne eine gestische künstlerische Handlung auskommt.

Diese bemerkenswerte Werkgruppe fand in den letzten Jahren einige Beachtung im Feld der Medienkunst, ist aber in Architekturkreisen weitestgehend unbekannt und soll nun der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die gezeigten Arbeiten entstanden unter Verwendung eines sogenannten Ateliercomputers, der von Oskar Beckmann, dem Sohn des Künstlers, ab dem Jahre 1970 entworfen und gebaut wurde. Otto Beckmann und seine 1966 gegründete visionäre Experimentalarbeitsgruppe „ars intermedia“ sind damit zu den Pionieren der Computerkunst zu zählen.

Beckmanns umfassendes Werk ist von Einflüssen verschiedener Kunstströmungen des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts wie dem Surrealismus, dem Symbolismus und dem Informel durchzogen und umfasst u.a. Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Kunst-am-Bau Arbeiten. Auch sind einzelne gestalterische Verweise auf okkulte Symbolik in seinen frühen und späten Bildern und Skulpturen nicht von der Hand zu weisen. In Beckmanns rechnergestütztem Werk übernimmt die dem Kalkulationsprozess zugrundeliegende Mathematik eine Scharnierfunktion zwischen materieller und metaphysischer Welt - und dies mit beträchtlicher gestalterischer Autonomie. Der Computer dient nicht als Werkzeug und Instrument eines vernunftbasierten Schaffensprozesses, sondern als generatives Medium innerhalb eines künstlerischen Mensch-Maschine-Dialogs.