Architektur Ausstellungen Deutschland

Topographie des Terrors Berlin

Marschordnungen
Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

13.4.–28.8.2016
© TU Braunschweig

Die Bauten und Projekte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg gehören zu den bekanntesten Propagandaarchitekturen der NS-Zeit, die durch gezielte Mobilisierung der Massen Emotionen weckten, welche für politische und ideologische Zwecke instrumentalisiert wurden. Die Ausstellung „Marschordnungen” fragt danach, mit welchen architektonischen Mitteln und raumgreifenden Ereignissen diese Emotionalisierung erreicht werden konnte. Sie analysiert die Architektur und Choreografie der Nürnberger Reichsparteitage und synthetisiert die Erkenntnisse in einem architektonischen Entwurf, der eine Alternative zwischen denkmalpflegerischem Erhalt und kontrolliertem Verfall der NS-Bauwerke anbietet.

In vierzehn Stationen widmet sich die Ausstellung den verschiedenen Repräsentationsarchitekturen des Geländes und ihrer Inszenierung durch die Parteitage. In historischen Fotografien, Marschplänen und Architekturmodellen werden die militärisch organisierten Massenrituale zeitlich und räumlich rekonstruiert. Die Bilder und Modelle zeigen, wie die Vorstellung von formierten oder marschierenden Massen den Entwurf der Architektur geprägt hat. Zugleich lassen sie umgekehrt auch erkennen, wie die Bauten und Plätze die Bewegungen organisiert haben.

Diese Form der totalen Propaganda mit Mitteln des Bauens und der Bewegung nachzuvollziehen, ist nicht nur das Anliegen der architekturhistorischen Ausstellung, sondern auch des aktuellen Entwurfsvorschlages zur Aktivierung des Nürnberger Reichsparteitagsgeländes, der ebenso präsentiert wird.

Konzeption und Realisierung: Carolin Höfler und Matthias Karch mit Katharina Specht

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Topographie des Terrors, der Technischen Universität Braunschweig, des Braunschweigischen Hochschulbundes und der Sto-Stiftung.

Modell des Reichsparteitagsgeländes © Karch/TU Braunschweig
Kapitel Deutsches Stadion © Karch/TU Braunschweig
Blick in die Ausstellung © Stiftung Topographie des Terrors