Architektur Ausstellungen Deutschland

Architekturmuseum der TU München

27.4.–20.8.2017
draußen
© Architekturmuseum der TU München, Foto: Jens Weber

Das Architekturmuseum wurde 1868 als Lehrsammlung für die Architekturausbildung an der Neuen Polytechnischen Schule, der Vorgängerin der heutigen Technischen Universität, eingerichtet. Als Friedrich von Thiersch 1912 einen Neubau für die Hochschule an der Gabelsbergerstraße errichtete, erhielt die Architektursammlung eine große repräsentative Raumflucht, die das Zentrum der Architekturfakultät bildete. Aufgrund von Veränderungen in der Architektenausbildung – die Zeichnungen und Vorlagenwerke wurden durch Lichtbilder und Glasnegative abgelöst und der Entwurf konzentrierte sich mehr und mehr auf Konstruktion und Bautechnik – verschwand die historische Vorbildsammlung in den zwanziger und dreißiger Jahren zunehmend aus dem Lehrbereich. Die Sammlung verwandelte sich allmählich in ein Architekturarchiv und wurde als wissenschaftliche Forschungsstätte genutzt. Eine rechtzeitige Auslagerung bewahrte die Bestände der Architektursammlung im 2. Weltkrieg vor der Vernichtung. Da die Prunkräume der Sammlung im Krieg völlig zerstört worden waren, kamen die geretteten Schätze nach dem 2. Weltkrieg in Stahlschränke und verschwanden in Depots im großem Areal der Hochschule.

Seit 1975 wurde kontinuierlich und systematisch die wissenschaftliche Spezialsammlung in ein Archiv mit Museumsfunktionen umgewandelt und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Hinblick auf einen geplanten Neubau und um den Charakter einer öffentlichen Kulturinstitution zu dokumentieren, wurde die Sammlung 1989 in Architekturmuseum umbenannt.

Da an der Hochschule keine geeigneten Ausstellungsräume vorhanden waren und da die Sammlung nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügte, wurde 1977 mit dem Münchner Stadtmuseum eine Zusammenarbeit vereinbart. Die Architektursammlung erarbeitete in der Folge fast jährlich eine Ausstellung, die im Stadtmuseum gezeigt wurde, das Stadtmuseum übernahm dafür die Kosten für Ausstellung und Katalog. Durch die Ausstellungskataloge konnte für Teilbereiche der Sammlung sowie für einzelne Nachlässe der Bestand wissenschaftlich erarbeitet und publiziert werden. Die spezielle Art der Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum wurde auch mit anderen Museen weitergeführt, so daß Teile der Sammlung immer wieder in verschiedenen Museen "gastierten". Insgesamt wurden über 30 Ausstellungen erarbeitet, mitorganisiert oder übernommen. Seit September 2002 ist das Architekturmuseum der TU München eines der vier eigenständigen Museen in der Pinakothek der Moderne. In den eigenen Räumen werden wechselnde Ausstellungen zu historischen und aktuellen Positionen der Architektur gezeigt.