Architektur Ausstellungen Deutschland

Deutsches Architekturmuseum DAM Frankfurt/Main

SOS Brutalismus
Rettet die Betonmonster

9.11.2017–31.3.2018
© Foto: yeowatzup 2012 (CC BY 2.0)

Erstmals wird die brutalistische Architektur zwischen 1953 und 1979 in einem weltweiten Überblick dargestellt: Mit dem Titel „SOS Brutalismus“ wird ein Hilferuf formuliert, denn die brutalistische Architektur ist weltweit von Abriss und Umgestaltung bedroht. Die Webseite www.SOSBrutalism.org versammelt mittlerweile weltweit mehr als 1.000 Bauten, die sich dem Brutalismus zuordnen lassen. Sie sind nach dem Vorbild eines Artenschutzprojekts in verschiedene Gefährdungsstufen gegliedert: Die „rote Liste“ versammelt derzeit 108 Bauten, die unmittelbar von Zerstörung bedroht sind. Das Ziel der Webseite besteht nicht nur darin, ein Inventar anzulegen. #SOSBrutalism ist der Titel eines sogenannten Hashtags, der verwendet wird, um über Facebook, Twitter, Tumblr und Instagram mit anderen Initiativen Kontakt aufzunehmen, die sich ebenfalls der Erforschung und dem Erhalt brutalistischer Bauten widmen. Zu den ersten Erfolgen dieser Vernetzung zählt die Unterstützung für ein Kulturzentrum im österreichischen Burgenland. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Brutalismus-Ausstellung ist die Identifizierung von regionalen Schwerpunkten. Hierzu zählen unter anderem Israel, Japan, Südamerika, selbstverständlich Großbritannien, die USA, aber auch viele westdeutsche Kirchenbauten. In Frankfurt zählten der AfE-Turm und das Historische Museum zur brutalistischen Architektur, die beide vor wenigen Jahren abgerissen wurden. Weithin unbekannt ist die – noch im Originalzustand erhaltene – Trauerhalle des Friedhofs Westhausen des ehemaligen Städel-Professors Günter Bock. Sein Nachlass befindet sich ebenso in den Beständen das DAM wie der des Pritzker-Preisträgers Gottfried Böhm, dessen Betonkirchen einen wichtigen Platz in der Ausstellung einnehmen werden. Die Online-Datenbank www.SOSBrutalism.org wird unterstützt vom Magazin uncube.